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Printausgabe vom 16.06.2007

Die beiden Mdchen sitzen vorm...

 

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Przise, fast wie eine Fotografie, wirken die Portrts von Angel Peychinov (30). Was der bulgarische Knstler unter das Motto Begegnungen gesetzt hat, ist fr die Oberurseler Frderer ein Beitrag zur erweiterten EU. Foto: Katja Schuricht

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Die beiden Mdchen sitzen vorm Schaufenster und sind ins Gesprch vertieft. Sicher dreht es sich um Romantik und Liebe. Ein Hauch Melancholie bestimmt die Szenerie dieses groformatigen Bildes, das zweigeteilt ist: Hinterm Schaufenster ist ein Liebespaar zu sehen, nur schemenhaft, in zarteren Farbtnen. Mit diesem Bild wollte ich den Teenager-Geist einfangen, erzhlt Angel Peychinov. Der Knstler (30) stellt noch bis 11. Juli im Foyer und im Georg-Hieronymi-Saal des Rathauses seine Werke aus.

Es ist eine Bilderschau mit besonderem Hintergrund: Peychinov, der als Meisterschuler bei Christa Nher im Februar sein Studium an der Frankfurter Stdelschule abgeschlossen hat, stammt aus Bulgarien. Derzeit ist Peychinov Stipendiat der Oberurseler Dr.-Werner-Dildei-Stiftung. Die Stiftung hat die Bilderschau mit dem Kultur- und Sportfrderverein Oberursel (KSfO) organisiert. Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe aktion europa, eine Initiative der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Vertretung der europaischen Kommission in Deutschland, berichtete Joachim Dittmar vom Vorstand der Dildei-Stiftung bei der Vernissage.

 

KSfO-Geschftsfhrer Nils P Graf Lambsdorff schlug die Brucke zum Jubilum 50 Jahre Europische Union (EU). Das Auswrtige Amt lud die Kommunen Deutschlands ein, nicht nur im Mrz 2007 dieses Jubilum zu feiern und die parallel laufende deutsche EU-Ratsprsidentschaft, die am 30. Juni endet, bei diversen EU-Aktionen zu bercksichtigen, sondern auch weitere EU-Veranstaltungen zu planen, sagte er. Mit der Peychinov-Ausstellung wollen wir die breite Palette der EU-Aktivitten bereichern, schlielich gehren wir zu den 15 Stdten in Deutschland, die die Zusage vom Auswrtigen Amt erhalten haben, ein EU-Brgerforum auszurichten, das im Mrz stattgefunden hat.

Thema der Werke ist der Mensch. ,Begegnungen knnte das Motto dieser Ausstellung heien, so Peychinov, der aus Assenovgrad in Bulgarien stammt und heute in Frankfurt lebt. Deshalb steht der Mensch im Mittelpunkt meiner Arbeit, erzhlte er. Es sind teilweise ganze Bilderserien wie Sie, die sich jeweils einer Frau widmen. Doch der Betrachter soll in den Dargestellten sich selbst sehen knnen. Deshalb habe ich die Gesichter teilweise nur angeschnitten, erluterte der Knstler, dessen groes Vorbild die Altmeister sind. Die Beherrschung dieser Technik ist fr einen Knstler das A und O, findet der 30-Jahrige, der Rembrandt und Michelangelo verehrt. Fr einen Maler ist sie vergleichbar mit der Bedeutung des Alphabets fr einen Schriftsteller, so Peychinovs berzeugung. Der Knstler, der sein Handwerk vortrefflich beherrscht, malt in einer gesteigerten Form des Realismus. Es geht mir nicht um die exakte Wiedergabe meines Modells, betont der Knstler. Fr ihn stehe vielmehr eine fotorealistische bersteigerung nach Art der Hyperrealisten im Mittelpunkt seines Werks.

Auer den sthetischen Darstellungen von Frauen zeigt Peychinov Arbeiten, die zu Beginn seines Studiums an der Stdelschule entstanden sind und ausnahmsweise eine mnnliche Figur in verschiedenen Posen zeigen. Sie sind von starker, dramatischer Emotionalitt geprgt. In diesen Arbeiten habe ich mich mit dem geistigen Kampf, den jeder Mensch kennt, auseinandergesetzt, erklrt Peychinov.

Damit sich die Besucher der Vernissage auch ein Bild von Peychinovs Heimatland Bulgarien machen konnten, stellte die Bulgaristin Dr. Sigrun Comati den Besuchern die kulturelle Geschichte des Landes vor, das seit Januar dieses Jahres Mitglied der EU ist. (ksp)
 

 

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